Kreisverband Uckermark der Gartenfreunde e.V.

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Verfasst am 27.04.2021 um 15:44 Uhr

Der BDG informiert:


100 Jahre für die Kleingärtner

Und warum es heute noch wohnortnahe Kleingärten gibt

 

Kleingärten gibt es in verschiedenen Formen seit über 200 Jahren. Der BDG und seine Vorläuferorganisationen vertreten das deutschlandweite Kleingartenwesen seit bereits 100 Jahren.

Dank der großen Bedeutung, die den Kleingärten bereits vor über 100 Jahren beigemessen wurde, sei es ernährungspolitisch, sozial oder auch boden- und wohnungspolitisch, sind gesetzliche Voraussetzungen geschaffen worden, die dafür sorgten, dass Kleingärten einen festen Platz in der Gesellschaft einnehmen konnten. Den bis dato gegründeten Verbänden erschien es daraufhin sinnvoll ihre gemeinsamen Interessen durch einen Dachverband vertreten zu lassen. Der „Zentralverband der Kleingartenvereine Deutschlands“ (ZvKD) lud alle anderen Verbände zu Pfingsten 1921 zu einer gemeinsamen Tagung – später als 1. Reichskleingärtnertag bezeichnet – nach Berlin-Neukölln ein, um die Gründung eines Dachverbandes voranzutreiben. Letztendlich wurde am 14. August 1921 zum 2. Reichskleingärtnertag in Bremen der „Reichsverband der Kleingartenvereine Deutschlands“ (RVKD) gegründet. Fortan setzte sich dieser für eine einheitliche Festigung und starke Etablierung des Kleingartenwesens ein. Nach dem Ende des 2. Weltkrieg entwickelten sich in Ost- und Westdeutschland unterschiedliche Verbände: in der DDR der „Verband der Kleingärtner, Siedler und Kleintierzüchter“ (VKSK), in Westdeutschland der „Verband Deutscher Kleingärtner“ (VDK), der sich 1973 in „Bundesverband Deutscher Gartenfreunde“ (BDG) umbenannte. Nach der Wiedervereinigung bildeten sich in den neuen Bundesländern schrittweise Landesverbände. Bis 1995 traten diese dem BDG bei.

Eigentlich ist es nicht verwunderlich, dass die Herausforderungen vor rund 100 Jahren vergleichbar mit den heutigen sind: Damals wie heute stehen Kleingärten in direkter Konkurrenz zu anderen – meist größeren Profit versprechenden – Bodennutzungen.

Daher sollte man es im Jubiläumsjahr des deutschlandweiten Dachverbandes ruhig deutlich aussprechen: Ohne die erfolgreiche Organisation und politische Interessenvertretung in den letzten 100 Jahren gäbe es heute vermutlich in vielen Regionen keine wohnortnahen Kleingärten mehr!

Allerdings haben die heutigen Kleingärtner einen großen Vorteil: Sie können auf dem aufbauen, was ihre Vorfahren geschaffen haben. Das gilt sowohl im Hinblick auf gesetzliche Grundlagen als auch für Organisatorisches. Damit auch noch zukünftige Generationen das große Glück der kleinen Gärten genießen können, ist das organisierte Kleingartenwesen auf allen Ebenen zu unterstützen: Das gilt von der Unterstützung des Vereinsvorstandes bis hin zur Beitragszahlung an Landes- und Bundesverband.

Caterina Paetzelt, Kleingärtnermuseum Leipzig

Sandra von Rekowski, BDG


1. Reichskleingärtnertag in Berlin Neu-Kölln, Pfingsten 1921